OBS Einstellungen 101

OBS Einstellungen erklärt
Wie wir OBS Fit zum Streamen machen!

stand 02.12.2019, geschrieben von razoraH

Herzlich Willkommen zur kleinen Einführung zu den OBS Einstellungen
Hier gehen wir durch ein kleinen Guide um OBS richtig für Twitch zu konfigurieren!

Hier gehts zum Download von OBS Studio



Stream

OBS und Twitch verbinden

Zunächst verbinden wir OBS mit Twitch.

Dazu verbinden wir unser Konto mit OBS, indem wir auf den „Konto Verbinden (empfohlen) Button klicken und uns anschließend anmelden.
Ist das getan, können wir nicht wie üblich nur Streamen, sondern auch zusätzliche Docks anzeigen lassen, die nur nach der Anmeldung mit dem Twitch Account Verfügbar sind.

Da wären einmal:

Chat

Streaminformationen (Titel & Spiel und weitere Einstellungen)

Twitch Statistiken (Zuschauer, Uptime etc.)

Twitch Aktivitätsfeed (Follows, Subs, Hosts, Raids, Bits im Feed)



Ausgabe

Der Ausgabetab hat viele Optionen deswegen folgend ein Nummerierter Screenshot mit anschließender Erklärung.

  1. Streaming
  2. Kodierer
  3. Ausgabe Umskalieren
  4. Qualitäts Regulierungsmethode
  5. Bitrate
  6. Keyframeintervall
  7. Prozessorauslastungsvoreinstellung
  8. Profil
  9. Tune
  10. x264-Optionen

1. Streaming

Wir beziehen uns in diesem Tutorial nur auf den Streaming-Reiter, da die anderen Reiter erstmal nur für die Aufnahme gedacht sind und für uns nicht relevant sind.


2. Kodierer

Der Kodierer steht für die Methode, mit dem wir den Stream verarbeiten. Dazu wird üblicherweise entweder die CPU, hier mit x264 ausgeführt, oder die GPU verwendet. Bei nVidia Grafikkarten heißt dieser Modus NVIDIA NVENC H.264 . Bei AMD Hardware AMD H264 . Mit modernen Intel CPU’s mit eingebautem Grafikchip ist es auch möglich, Intel QuickSync zu benutzen, welches als eine Hybridlösung gilt, indem die CPU sowie die integrierte GPU zum berechnen verwendet wird.

x.264 oder nVenc/Hardware AMD ?

Generell gilt, dass man mit x.264 (CPU) eine höhere Qualität erzielen kann.
Sollte man in Besitz einer CPU sein, die viele Kerne hat und über 4,0 GHZ taktet, sollte x.264 bei moderaten Einstellungen die bessere Wahl sein.

Dafür wäre meine persönliche Meinung:
-Intel 8700k und aufwärts
-AMD Ryzen 7 2700x und aufwärts

Sollten die Spiele, die man Streamt, nicht so Anspruchsvoll sein, sind natürlich auch schwächere CPU’s möglich, für die neuesten Spiele mit einer stabilen und guten Performance wären aber die oben genannten ratsam.


Der NVIDIA NVENC H.264 Encoder hat seit der 10xx – Reihe einen riesen Vorsprung gemacht. Sowohl Qualität als auch Belastung sind seit den neuen Generationen der nVidia Grafikkarten besser geworden.

Wenn du das Gefühl hast deine CPU ist ein Flaschenhals (im Task Manager läuft das Spiel mit 100 % CPU Auslastung während die Grafikkarte nicht viel tut) , dann entlaste deine CPU und streame mit nVenc!


3. Ausgabe Umskalieren

Hier bitte keinen Haken einsetzen!
Wir werden den Stream im Video-Tab umskalieren, weshalb dieser Haken redundant wäre und ggf. zur Verschlechterung der Streamqualität beitragen könnte.


4. Qualitäts Regulierungsmethode

Hier verwenden wir ausschließlich „CBR“ , was für eine konstante Bitrate steht. Dies ist nötig, da wir uns an Twitch‘ Richtlinien halten müssen und maximal 6.000 kbit/s verwenden dürfen.


5. Bitrate

Die Bitrate steht für die Menge an Daten die wir pro Sekunde aussenden.

Bei diesem Wert spielen viele Faktoren eine Rolle.
Wenn deine Upload-Rate hoch ist und du eine gute Qualität bieten möchtest, dann nimmst du eine 6000 kbit/s Rate . Wenn du Zuschauer mit langsamen Internet nicht ausschließen willst, kannst du auf 4000 kbit/s runterstellen. Sollten deine Streams immer die Option bekommen, die Qualität selber einstellen zu können, dann kannst du auch weiterhin 6000 kbit/s als Bitrate verwenden.

Wichtig ist auch, wieviel Bitrate deine Leitung hergibt.
Auf Websites wie Speedtest.net kannst du deine Geschwindigkeit testen.

In diesem Beispiel gibt meine Leitung 11.69 Mbps Upload her.
Das wären eine Maximale Bitrate von 11690 kbit/s
Solltest du weniger als 6 Mbps haben, stelle sicher, dass du deine Bitrate nicht zu Hoch stellst damit deine Spiele nicht beeinflusst werden.


6. Keyframeintervall

Der Keyframeintervall wird von Twitch vorgegeben und sollte auf „2“ gesetzt werden!


7. Prozessorauslastungsvoreinstellung

Die Prozessorauslastungsvoreinstellung stellt einen großen Faktor für die Qualität deines Streams dar.

Hier haben wir die Wahl zwischen:
– Ultrafast
– Superfast
– Veryfast
– Faster
– Fast
– Medium
– Slow
– Slower
– Placebo


Ultrafast berechnet das Bild sehr schnell und benötigt wenig CPU Auslastung.
Veryfast stellt den Standard dar, der auf den meisten herkömmlichen Gaming-CPU’s funktionieren sollte.
Bewegen wir uns Richtung Medium wird mindestens ein i7 / Ryzen R7 benötigt.

Jeder dieser Stufen besteht aus x.264 Parametern und Werten, wobei Ultrafast die niedrigsten und Placebo die höchsten Werte konfiguriert hat.


8. Profil

Das Profil steht für die Tools die Verwendet werden um den Stream zu berechnen. Je höher das Profil, desto mehr Tools werden verwendet, um den Stream zu Verbessern. Sogesehen würde „high“ die beste Qualität bieten, könnte aber bei Zuschauern zu Kompabilitätsproblemen führen, wodurch es ratsam ist, das Profil auf „main“ zu stellen!


9. Tune

Schaue hier für eine Ausführliche Beschreibung!

Bitte schaue auf diese Website für eine ausführliche Erklärung zu den Tune-Parametern (etwas runterscrollen zu „–tune <Tuningvorlage>

Im Grunde muss nichts im Tune Reiter eingestellt werden, da diese kaum Auswirkungen auf den Stream haben.


10. x264-Optionen

Schaue hier für eine Ausführliche Beschreibung!


Auch hier wird ein tiefergehendes Wissen zu den x.264 Parametern benötigt! Für eine ordentliche Grundkonfiguration wird das nicht benötigt.
Möchte man aber das letzte bisschen aus dem Stream holen, kann man schauen ob man einige Werte anpasst indem man die Parameter von langsameren Presets in sein schnelleres Preset einbaut.

In meinem Beispiel habe ich folgende Parameter im „Medium“ Preset gesetzt:

rc-lookahead=60 direct-pred=spatial

direct-pred=spatial
welches eine Berechnungsart ist, Blöcke und angrenzende Blöcke effizient zu komprimieren. Diese Einstellung soll CPU Ressourcen sparen und kaum Unterschied bei der Qualität haben.

rc-lookahead=60
den Wert vom „slower“ Preset übernimmt.
Dieser Wert bestimmt wie „aggressiv“ die CPU versucht Bilder vorauszuberechnen.



Video

Auflösung & FPS

Die Basis-(Leinwand-)Auflösung ist die Auflösung die du am PC nativ verwendest.

Die (skalierte) Ausgabeauflösung ist die Auflösung, die letztendlich auf Twitch veröffentlicht wird.

Generell gilt!
Die Bitrate die du im Ausgabe-Tab festlegst, ist die Ressource an die sich obenstehende Optionen richten!
Gehst du mit der Auflösung hoch (1080p), solltest du 30 FPS verwenden, da 6.000 kbit/s dafür nicht ausreichen und bei 60 FPS das Bild schnell unscharf / pixelig wird.
Indem man 720p verwendet, kann man seinen Stream auf 60 FPS stellen und hätte weniger Verpixelungen als bei 1080p und 60 FPS.

Persönlich finde ich 1600×900 bei 60 FPS bietet für die meisten Spiele einen guten Mittelgrund.

Schaue Alternativ auf der offiziellen Twitch-Support Seite für mehr Beispiele!

Skalierungsfilter

Auch beim Skalierungsfilter kommt es darauf an, welchen Content du größtenteils Streamst. Generell kann man Lanczos oder Bicubic verwenden. Beide sind eine gute Wahl. Lanczos kann aber bei sehr schnellen Spielen wie Apex Legends die Qualität negativ beeinträchtigen, da viele Details durch den Filter verschärft aber durch den Stream-Output sehr krisselig wirken. Dann gibt es aber widerrum Spiele wie League of Legends wo der Lanczos-Filter den Stream ggf. schärfer und klarer darstellt als Bicubic.

Als Faustregel:
Bei Spiele mit mittelhoher bis hoher Geschwindigkeit – Bicubic
Bei Spiele mit mittleren bis langsamen Geschwidigkeit – Lanczos



Wir hoffen euch konnte dieser Guide etwas Licht ins Dunkle bringen!
Solltet ihr mehr Hilfe benötigen, schaut doch gern in unsere anderen Tutorials oder schaut in unser Discord!